Zero Waste - möglichst wenig Müll. Wo stehe ich?

Mittwoch, 11. Oktober 2017
Ein Thema, dem ich mich erst vor wenigen Monaten angenommen habe, ist Zero Waste. Für die unter euch, die das nicht kennen: Bei Zero Waste geht es darum, Müll zu vermeiden. Das bezieht sich auf Restmüll, der nicht recyclebar ist und verbrannt wird, aber auch auf recyclebaren Müll (Recycling verbraucht immer Ressourcen), vor allem Plastikverpackungen. Dass Plastik nicht sonderlich umweltfreundlich ist, ist wohl nichts Neues ;-)


Wie mache ich das?
Eine Zeit lang habe ich bei Mein Müsli Laden Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Gewürze, Hülsenfrüchte, Nüsse und Müsli bestellt und werde es auch sicherlich nochmal tun, wenn ich mal ein paar bestimmte Sachen brauche. Dort kann man als Kommentar bei der Bestellung angeben, dass man die Lebensmittel in Papier statt in Plastik verpackt haben möchte. Als Versandkarton habe ich immer einen Karton bekommen, indem der Bioladen vorher seine Ware erhalten hat. Es hat immer alles bestens funktioniert. Preislich würde ich sagen, dass es normal für einen Bioladen ist.
Mittlerweile gibt es auch in meiner Stadt einen Unverpackt-Laden, in dem ich Lebensmittel in selbst mitgebrachte Behälter füllen kann. Außerdem habe ich ausgekunschaftet, welche Lebensmittel ich auch bei mir im Stadtteil in Papier verpackt kaufen kann.
Obst und Gemüse kaufe ich so wie so größtenteils auf dem Wochenmarkt und sage immer extra dazu, dass ich sie nicht in einer Plastiktüte sondern in meinem selbst mitgebrachten Beutel oder Papier verpackt bekommen möchte.
Zum Putzen verwende ich Wasser mit Apfelessig. Nur Spülmittel verwende ich weiterhin. Natürlich fallen bei mir keine fettigen Pfannen an, aber nur mit Wasser zu spülen, erscheint mir doch etwas unhygienisch. Ob es das nun wirklich ist? Ich glaube, man kann Spülmittelflaschen aber auch bei uns im Unverpacktladen auffüllen.
 
Wo hapert es noch?
Dennoch kaufe ich auch mal Lebensmittel in Plastik, wenn ich noch keine Alternative gefunden habe, kurzfristig etwas brauche oder auch bei fair gehandelten Produkten. Wie ich schon im Post zu meiner Ernährung geschrieben habe, wähle ich fairtade, wenn ich mich zwischen fairtade und unverpackt entscheiden muss, außer der Verpackungsmüll ist wirklich unverhältnismäßig viel. Zum Beispiel gibt es bei uns im Weltladen gemahlene Vanille im Glasstreuer mit Plastikdeckel. Dagegen bevorzuge ich dann doch die Bio-Vanille aus dem Bioladen im Alubeutelchen. Die ist natürlich auch nicht ganz Zero Waste, aber schon einmal deutlich weniger Müll. Habt ihr das gleiche Problem mit faitrade und Zero Waste? Wenn ja: Wie geht ihr damit um? Oder habt ihr eine Alternative gefunden, die fair und ohne Plastikmüll ist?
Meine hauptsächliche Restmüllquelle sind derzeit Slipeinlagen. Ich werde aber demnächst versuchen, auf Stoffslipeinlagen umzusteigen. Mich schreckt der Preis da oft etwas ab, wenn ich bedenke, dass man davon so einige braucht. Außerdem habe ich etwas Angst, dass sie nicht so saugfähig sind. Ich habe mir jetzt erstmal ein paar zum testen für 5€ das Stück (was wirklich noch günstig ist) bei Blumenkinder bestellt. Ich werde berichten :) Für Frauen mit einer Nähmaschine, etwas Zeit und mehr Fähigkeiten diesbezüglich, als ich sie habe, ist selbst nähen natürlich auch eine Option.
Ansonsten könnte ich sicherlich auch selbst mehr recyclen und selbstmachen. Außerdem besitze ich einfach noch viel zu viel Zeug, das nun mal aus Plastik ist und irgendwann im Müll landet. 
Ich denke, da gibt es einige Leute, die das wesentlich konsequenter machen und viel erfahrener sind als ich. Dennoch merke ich, wenn ich woanders zu Besuch bin, wie viel mehr Plastikverpackungen bei anderen Leuten anfallen, die sich keine Gedanken über Zero Waste machen. Auch meinen gelben Sack und den Restmüll bringe ich wesentlich seltener hinunter. Beziehungsweise kann ich, wenn keine Slipeinlagen mehr anfallen, den Mülleimer für den Restmüll eigentlich auch abschaffen und irgendwo anders die wenigen bleibenden nicht recyclebaren Dinge sammeln. Altpapier und Biomüll sind mehr geworden, aber das ist auch die logische Folge, wenn man Dinge lieber in Papier statt in Plastik kauft (optimaler Weise natürlich komplett unverpackt), und nun alles, was in den Biomüll kann, auch dort hinein tut, und nicht in den Restmüll.
Zero Waste ist ein Thema, bei dem es für mich noch viel zu entdecken gibt, und, bei dem ich euch auf meine Reise zu weniger Müll mitnehmen möchte. Was ich aber schon gemerkt habe, ist, dass mein Bewusstsein dafür, wie viel Müll etwas verursacht, beim Kauf gestiegen ist. Dazu mehr in einem der nächsten Posts, den ich euch dann hier verlinken werde.
Macht von euch auch jemand Zero Waste? Wo steht ihr?

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