Wie werde ich Minimalist? Mein Weg

Montag, 20. November 2017
Heute möchte ich euch erzählen, wie ich meine Wohnung minimalisiere, und, welche Rolle dieser Blog dabei spielen wird. Letztes Mal bin ich bereits darauf eingegangen, wie ich zu der Idee kam, Minimalist zu werden und was Minimalismus für mich bedeutet.
 
 
Meine Erfahrungen mit der KonMari Methode
 
Wie ich im vorherigen Post bereits erzählt habe, habe ich schon einmal versucht, mit der KonMari Methode auszumisten. Das ist die Methode aus dem Buch "Magic Cleaning" von Marie Kondo, das sich in den letzten Jahren großer Bekanntheit erfreuen durfte. Die KonMari Methode ist natürlich keine minimalistische, das sollte ich vielleicht anmerken, sondern eine Ausmistmethode, bei der man durchaus mehr Dinge behalten kann, als man in einer minimalistischen Wohnung finden würde. 

 
 
Ich habe viele wunderbare Ideen aus diesem Buch mitgenommen. Da wäre zum Beispiel die Idee, Dinge stehend in Kisten aufzubewahren, sodass man alles auf den ersten Blick sehen kann. So verschwindet nie wieder etwas in einem Stapel aus Gegenständen, sondern man hat immer einen Überblick über seine Sachen. Außerdem bringt man nicht den ganzen Stapel durcheinander, wenn man etwas von unten haben möchte. Damit das bei Kleidung funktioniert, hat sie sogar eine eigene Faltmethode (siehe Foto weiter unten) entwickelt, die ich sehr ansehnlich finde und seit dem Ausmisten für meine Kleidung verwende. Dafür durften meine Klamotten extra vom Schrank in die Komode umziehen. Seitdem sind meine Kleidungsstücke nie wieder unordentlich gewesen.
Auch ihre Idee, dass man sich eine Vision davon überlegt, wie das Leben nach dem Ausmisten sein soll, und, dass man sich bei allem fragt, ob es einen glücklich macht, gefällt mir sehr gut.
Ich finde es wichtig, dass sie die Dinge, die man behält, auch wirklich wertschätzt. Den Ansatz, dass man Dingen viel weniger gerecht wird, wenn man sie ungenutzt in irgendeiner Ecke liegen lässt, als wenn man sich von ihnen trennt und sich dafür bedankt, dass sie ihren Zweck erfüllt haben, finde ich unglaublich ermutigend beim Ausmisten. Das wirkt diesen "Ich kann das doch nicht einfach wegtun/weggeben"-Gedanken entgegen.
 
Aber es gibt auch Aspekte, die mir nicht zugesagt haben. Erstens ist das die Art, wie sie die Methode in dem Buch präsentiert. Noch niemand sei jemals in sein altes Chaos rückfällig geworden, da noch nie jemand noch mal angerufen habe hinterher. Vielleicht wollte auch niemand der erste sein, der gescheitert ist? Oder jemand, der einmal nicht damit zufrieden war, wollte es nicht noch mal versuchen?
Zweitens mag ich es nicht, dass man beim Ausmisten unfassbar viel Chaos macht, weil man alle Gegenstände einer Kategorie aus den Schränken räumen soll und auf den Boden legen. Ich verstehe die Idee dahinter, dass man nun nicht dadurch eingeschränkt ist, dass man vielleicht Dinge der selben Kategorie in verschiedenen Zimmern aufbewahrt, aber es ist wirklich unpraktisch, in seiner Wohnung weiterhin zu leben, während man mit der KonMari Methode ausmistet.
Drittens geht es nur ums Aussortieren und dabei wird überhaupt nicht darauf eingegangen, wie man die aussortierten Dinge los wird. Das soll man erst mal in Tüten verstauen und zur Seite stellen. Oder einfach wegwerfen? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist für mich das Loswerden von Dingen, die man noch gebrauchen kann, der schwierigste Teil am Ausmisten. Die ausgemisteten Sachen stehen hier größtenteils anderthalb Jahre später immer noch herum und irgendwann habe ich sogar bei einigen davon angefangen daran zu zweifeln, ob ich mich wirklich davon trennen möchte, dabei hätte ich sie bestimmt nicht vermisst, hätte ich sie weggegeben. Und Punkt drei trägt wiederum zu Punkt zwei bei.
Die beiden letzteren waren schließlich auch die Gründe, warum ich die KonMari Methode nie komplett zu Ende gebracht habe.

Marie Kondos Faltmethode. Sicherlich kann man das noch wesentlich ordentlicher machen ;)
Wie ich dieses Mal ausmisten werde
Ich habe mir dieses Mal einen etwas anderen Ausgangspunkt gesucht, wobei es schon eine gewisse Inspiration von Marie Kondos Methode gibt. Vor allem, was die Frage angeht, ob Dinge einen glücklich machen, und die Vision von dem Leben nach dem Ausmisten. Ich möchte aber mehr von meiner Idee des Minimalismus ausgehen, um die es ja schon im letzten Post ging. Ich möchte mich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können und mich nicht von Dingen ablenken lassen, die sich mal irgendwann angesammelt haben und seitdem zwecklos da sind. Ich habe eine etwaige Idee davon, was in meiner Wohnung mich glücklich macht, mich bereichert, meinem Alltag dienlich ist. Und was nutzlos ist und mir den Alltag erschwert. Denn im Grunde erschwert mir alles Nutzlose den Alltag. Hätte ich nur sinnvolle Dinge, würde ich für alle immer beim Aufräumen einen Platz finden, aber nutzlose Dinge machen sich immer mehr in den Schränken breit. (Wobei für mich zum Beispiel Dekoration durchaus nützlich ist, auch wenn si keinen praktischen Nutzen hat)
Kurz gesagt: Meine Vision ist eine Wohnung voller Lieblingsteile. Und alles was nicht in diese Vision passt, muss gehen.
 
Außerdem setze ich ein wichtiges Augenmerk auf das Loswerden der Dinge, die dieser Vision nicht entsprechen. Das soll nicht später irgendwann geschehen, sondern ist ein Teil des Prozesses und ich fange, bei allem, was ich ausmiste, sofort an, es los zu werden. Ich überlege mir direkt, was ich damit machen kann und bemühe mich darauf hin in den nächsten Tagen oder den nächsten Wochen darum. Aber nicht irgendwann in ferner Zukunft, wenn ich mal mit dem Sortieren aller Gegenstände in meinem Besitz fertig bin und längst in meinem ausgemisteten Kram ersoffen bin.
 
Ich denke, ich werde nicht nach einer festgelegten Reihenfolge und strikt nach Kategorien vorgehen, sondern nach Gefühl bestimmte Ecken oder Kategorien ausmisten. Meine Wohnung ist eh zu klein, als dass ich die gleichen Gegenstände in verschiedenen Zimmern mehrmals hätte, was Marie Kondo dazu veranlasst hat, zu sagen, man solle nicht nach Räumen, sondern nach Kategorien ausmisten. Wenn man ein ganzes Haus, in dem man schon seit Jahren wohnt, ausmistet, macht das aber mit Sicherheit Sinn.
 
Minimalist bleiben
Was ein spannender Teil wird, ist das Thema Konsum und die Wohnung minimalistisch zu halten. Ich habe gemerkt, dass das gar nicht mal so einfach ist - dabei bin ich noch nicht einmal so konsumversessen wie manch anderer. Dennoch denke ich schnell mal: "Das könnte ich gebrauchen. Ich kann es ja einfach mal kaufen." Genau so häuft sich aber leider Kram an. Im Grunde ist unser Kram ja nichts anderes als ein Sammelsurium aus Gegenständen, bei denen man sich irgendwann einmal dachte, man könne sie vielleicht gebrauchen. Dass es gar nicht mal so einfach ist, sich dagegen zu wehren, dass man immer mehr Gegenstände anhäuft, habe ich erst am Freitag mal wieder gemerkt. Mir war mein Glaskerzenhalter kaputt gegangen. Daher war ich in einem Flohmarkt-Geschäft, um mir einen neuen zu kaufen. Irgendwann hielt ich allerdings zwei in der Hand: Der eine grenzte für mich an den perfekten Kerzenhalter. Ein langer, eleganter, versilberter Kerzenhalter. Der andere war ganz hübsch. Wie eine Seerose, aus Messing, aber mit wenig Liebe für Details gestaltet. So richtig gefallen hat er mir nicht, auch, wenn ich die Idee mit der Rose hübsch fand. Dennoch dachte ich: "Der passt doch ganz gut in meine Meditationsecke. Dann kaufe ich eben zwei." Aber ich hatte immer nur einen Kerzenhalter, zünde nie zwei Kerzen gleichzeitig an und da mein Zimmer auch nicht so groß ist, müsste ich den Kerzenhalter so oder so nach dem Meditieren zur Seite stellen. So habe ich schweren Herzens den Kerzenhalter, der mir eigentlich eh nicht hundertprozentig gefallen hat, im Geschäft gelassen. Aber in meinem Kopf flüstert diese kleine Stimme: "Hättest du ihn doch mal gekauft!" Das ist ein Beispiel dafür, wie sich hätte Kram ansammeln können.
Meine Lieblingstaktik, um nicht zu konsumieren, ist es, mich nicht nach Sachen umzusehen. Dann komme ich gar nicht erst in Versuchung, etwas zu kaufen, weil ich denke, dass ich etwas unbedingt haben muss.
 
Die Rolle dieses Blogs beim Ausmisten
Der Blog soll beim Ausmisten eine wichtige Rolle spielen. Ich möchte ihn nutzen, um das Minimalisieren meiner Wohnung zu dokumentieren. Ich möchte euch gerne auf meine Reise mitnehmen und zeigen, mit welchen Gegenständen ich mich umgeben möchte. Genau so soll der Blog mich aber auch motivieren, weiter zu machen, indem ich darauf festhalte, wie ich meine Wohnung minimalisiere.
Ich möchte euch auf meinem Blog kein Endprodukt zeigen, sondern euch an meinem Weg teilhaben lassen. Das, was mich immer am meisten bewegt, ist das, wohinein ich mich gerade selbst arbeite. Wenn ich schon Minimalist wäre, könnte ich wahrscheinlich recht wenig dazu sagen, da es schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden wäre. Wie es schon zu einer Selbstverständlichkeit für mich geworden ist, vegan zu leben, und ich da auch recht wenig zu sage.
 

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