Zero Waste: Ich teste Stoffslipeinlagen

Sonntag, 5. November 2017
Hallo ihr lieben Leute :)
Heute erzähle ich euch, warum ich in einem Onlineshop für Stoffwindeln bestelle ;-) Keine Sorge, ich bin nicht ungewollt schwanger geworden.
 
Wie bereits in meinem ersten Zero Waste Blogpost erwähnt, habe ich mir Stoffslipeinlagen gekauft und somit meine hauptsächliche Restmüllquelle beseitigt. Das heißt, ich brauche gar keinen Mülleimer mehr. Den Restmüll der letzten Wochen habe ich in einem Glas gesammelt. Der Mülleimer steht nun ohne Müllbeutel in meinem Bad herum und ich weiß noch nicht so ganz, was ich nun damit anfangen soll. Ich kann mir kaum vorstellen, dass den noch jemand haben will. Es ist nun mal ein gebrauchter Mülleimer. Also einfach seinem früheren Inhalt hinterher?
Die Müllbeutelrollen, die ich noch hier habe, werde ich wohl weiterverschenken an Leute, die einen Mülleimer haben. Genau so wie solche unnötigen Rollen mit Frischhaltefolie und Brottüten, die ich eh nicht benutze. Da freut sich mein neues Minimalistenherz. Hach, wie schön. Mit Zero Waste zusammen ergibt Minimalismus plötzlich für mich total viel Sinn.
 
Aber ich wollte ja von den Slipeinlagen berichten.
Kurz zur Handhabung: Es sind Slipeinlagen aus Baumwolle, die mit Flügeln und einem Druckknopf ausgestattet sind, sodass man sie am Slip befestigen kann. Es gibt auch welche ohne Flügel, die wohl in einer gut sitzenden Unterhose an Ort und Stelle bleiben sollen. Ich hätte bei diesen aber Angst, dass sie mir auf einer öffentlichen Toilette herunterfallen oder beim Sport wegrutschen, sodass ich sie gar nicht erst getestet habe und nichts dazu sagen kann.
Ich wasche die Slipeinlagen, wenn nötig, nach dem Tragen kurz mit kaltem Wasser aus, lasse sie trocknen und sammele sie nach Farbe getrennt in zwei Wäschenetzen. Sie kommen mit der 60° Wäsche in die Waschmaschine, aber anstatt sie in den Trockner zu tun, hänge ich sie auf den Wäscheständer. Das funktioniert dank der Flügel und des Druckknopfs bestens.
 
Ich habe zunächst nur zwei Dreierpackungen zum Testen bestellt. Als ich gemerkt habe, dass ich damit sehr zufrieden bin, habe ich noch einmal nachbestellt. Ich habe mir etwa so viele Slipeinlagen bestellt, wie ich Unterhosen habe, damit ich nicht alle Nasen lang waschen muss. Natürlich ist das nicht ganz so billig. Es sind insgesamt 24 Stück. Eine Dreierpackung kostet 15€. Aber dafür werden die Slipeinlagen nun einige Jahre halten und ich mache viel weniger Müll.
Ihr könnt natürlich auch andere Hersteller und/oder einen anderen Onlineshop wählen als ich. Ich habe ein wenig geschaut nach fairem Handel und Nachhaltigkeit, aber ebenfalls nach dem Preis, da ich nicht unbedingt das dreifache von dem, was ich jetzt gezahlt habe, bezahlen wollte. Wenn ihr eine Nähmaschine und etwas Geschick besitzt, könnt ihr euch eure Slipeinlagen natürlich auch selbst nähen.
 
 
Ich entschied mich für Dreierpackungen der Eco Femme Slipeinlagen. Sie bestehen zu 100% aus Biobaumwolle und werden unter fairen Bedingungen genäht und weitervertrieben. Die Baumwolle scheint aber nicht fairtrade zu sein. Außerdem sind sie in Pappe, nicht in Plastik, verpackt.
Ich habe gehofft, dass reine Baumwolle reicht und ich nicht noch zusätzlich eine Wäscheschutz aus Polyurethan brauche. Dem war auch so. Bei mir sind bis jetzt noch nie Flüssigkeiten durch die Stoffslipeinlage gekommen. Bei denen zum Wegwerfen ist mir das dagegen öfter passiert. Oder daran vorbei, weil sie nicht die gesamte Breite des Slips ausgefüllt haben. Damit hat sich auch meine Befürchtung, Stoffslipeinlagen wären nicht so sicher wie jene zum Wegwerfen, nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil. Etwas unpraktisch, aber wohl unvermeidbar finde ich, dass die Slipeinlagen mal breiter sind als der eine Slip und mal schmaler als der andere. Vor allem, wenn man nur einen Rock trägt, ist es etwas seltsam, wenn man die ganze Zeit den Druckknopf der Slipeinlage herunterhängen spürt, weil die Slipeinlage für den Slip zu breit ist. Dafür kann aber zumindest nie etwas an der Slipeinlage vorbei in den Slip kleckern. Das wäre, daneben, dass man es sich durchaus etwas kosten lässt, der einzige Nachteil, der mir einfällt. Vom Tragegefühl her finde ich sie sehr angenehm. Sie stören nicht und ich fühle mich damit sicher.
 
Da die Slipeinlagen weiß sind und ich für die Zeit meiner Menstruation lieber schwarze Slipeinlagen haben wollte, damit die weißen nicht irgendwann voller brauner Flecken sind, habe ich zusätzlich noch eine Dreierpackung blauer Slipeinlagen von Eco Femme, allerdings mit Wäscheschutz, (die ich nicht mehr im Onlineshop finde) und zwei Dreierpackungen schwarze Slipeinlagen von Imse Vimse bestellt. Diese sind ebenfalls aus kbA-Baumwolle, haben aber an der Unterseite noch eine Polyurethan-Schicht als Wäscheschutz. Außerdem sind sie in der Türkei hergestellt (zu den Arbeitsbedingungen wird nichts angegeben) und in Plastik, nicht in Pappe, verpackt. Auch mit ihnen komme ich gut klar.
 
Insgesamt bin ich sehr zufrieden und froh, dass ich mich an Stoffslipeinlagen gewagt habe und so einen Schritt weiter in Richtung Zero Waste. Das einzige, was ich mich begonnen habe, zu fragen, ist, warum man Slipeinlagen überhaupt braucht, und diese nicht direkt in Unterhosen eingenäht sind.
 
 

Kommentare:

  1. Ich überlege auch schon sehr lange hin und her, ob ich auf Stoffslipeinlagen wechseln soll. Besonders der Preis schreckt mich ab. Vielleicht werde ich, ähnlich wie du, erst mit drei anfangen und später aufstocken, wenn ich überzeugt bin. Danke für deinen Bericht!
    Grüßle
    Karo

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    1. Gerne :)
      Mich hat der Preis lange Zeit auch abgeschreckt. Meistens ist es ja wenigstens so, dass man bei Dingen, die man wiederverwenden kann, auf Dauer spart, aber nicht mal das ist der Fall (außer sie halten wirklich für den Rest des Lebens).
      Ich bin im Endeffekt aber froh, dass ich mir welche gekauft habe. Ich würde aber auch empfehlen erst mal ein paar zum Testen zu kaufen :)
      Viele Grüße zurück
      Nicole

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